See the Rastaman i come 
Culture
wurde
1976 gegründet und bestand wie fast alle Gruppen dieser Zeit aus einem
Vocal-Trio: Joseph
Hill (leadvocals), Kenneth Dayes, Albert Walker (backingvocals).
Joseph Hill selbst spielt aber auch Gitarre und hatte seit den frühen
Siebzigern als Percussionist mit den Soul Defenders im berühmten Studio One von
Coxsone Dodd Studioerfahrungen gesammelt.
Von Hill, der seine ersten Songs schon mit 14 Jahren geschrieben hat, stammen
die meisten Songs von Culture. Die
ersten davon ("Two Sevens Clash", "Calling Rasta For I",
"Get Ready To Ride The Lion To Zion") sangen Hill, Dayes und Walker
bei Producer Joe Gibbs und Engineer Errol Thompson (den "Mighty Two")
ein. Bei
Joe Gibbs änderten sie auch ihren Namen von African Disciples in Culture.

Die siebziger Jahre in Jamaika waren geprägt von Gewalt und Armut, auch besonders das Jahr 76. Angesichts einer aussichtslosen sozialen Situation, gewann Rastafari innerhalb der schwarzen (Ghetto-)Bevölkerung immer mehr Anhänger, was sich auch im Reggae dieser Jahre wiederspiegelt. Die Culture-Songs singen gegen dieses Babylon an, dass die Schwarzen als Sklaven nach Jamaica verschleppte, und nun nach der Unabhängigkeit wirtschaftlich neokolonialisierte. Außerdem wird der Wunsch nach Rückkehr der schwarzen Rastafarians nach Afrika angesichts der Mißstände im Exil thematisiert. Culture singt im weitesten Sinne über eben Rastafari & Culture, für die "Poor People", die er aufruft, sich zu erheben.

Der
ersten erfolgreichen Single "Two Sevens Clash", folgten weitere
Chartnominierungen in Jamaica und bald das erste Album. Culture wurden neben
Jamaika auch in England populär zusammen mit anderen Vocal Groups wie den
Mighty Diamonds.
1982
gingen Culture getrennte Wege. Joseph Hill behielt den Namen Culture und nahm
das Album "Lion Rock" auf, während Albert Walker und Kenneth Dayes
einige Songs einspielten und schließlich das Album "Roots & Culture".
1986 kam die ursprüngliche Besetzung wieder zusammen und nahm zwei
vielbeachtete Alben auf: "Culture in Culture" und "Culture At
Works". Danach wurden vom US-Label Shanachie alte Culture-Alben wieder- und
Neue erstveröffentlicht. Die Gruppe spielte zudem zahlreiche Tourneen.

1993
verließ Kenneth Dayes das Trio, seinen Platz übernahm zeitweise ein Sänger
der Culture Backing Band Dub Mystic, mit der auch die Alben "One
Stone", "Trust Me" und das Live Album "Cultural Livity"
entstanden. Seit 1999 bestand das Trio aus Joseph Hill, Albert Walker und
Telford Nelson, der als neues Mitglied bereits auf seine eigene Solokarriere zurückblicken
konnte.
2000 kam das Album "Payday", dem ein von Scientist gemixtes Dub-Album
folgte. Außerdem erschien bei VP-Records das Album "Humble African",
auf dem laut Booklet wieder Joseph Hill allein Lead- und Backingvocals
eingesungen hat. Darauf finden sich unter anderem so Hammer-Tunes wie "Why
Am I A Rastaman" oder "Poor People Hungry". In Deutschland war
Culture zuletzt beim Summer Jam 2001 zu sehen und gab dort auf jeden Fall ein
mitreißendes Konzert. Wer bei Roots-Reggae nur Bob Marley im Ohr hat, sollte
sich beim Plattenhändler mal Culture anhören.

Discography
1976
Two sevens Clash
1978 Baldhead Bridge
1978
Harder than the Rest
1979
International Herb
1979
Trod
on
1980 Culture at Work
1991
Culture in Culture
1992 Wings of a Dove
1995
in Culture
1996 One Stone
1997
Stoned
1997 Trust me
1998
Cultural Livity
1998 Production
something
2000
Cumbolo
2000 Payday
2000
Humble
African
2002 Live in Africa
2003
World Peace
2003 Ras Portraits