Auf der Suche nach Reggae
im Land der
Azteken und Mayas.

Mein Reggae Leben in Mexiko
Liebe Reggae Fans in Deutschland und Umgebung. Ich lebe nun seit etwa zwei Jahren fest in Monterrey, im Norden
Mexikos und möchte euch gerne etwas über die Reggaeszene Mexikos und meine Erfahrungen hier berichten.
Wenn man an Mexiko denkt, dann denkt man in erster Linie an Mariachis und scharfes Essen.
Diese beiden Dinge bestimmen auch weitgehend die Kultur Mexikos.

Als ich nach Mexiko kam, vermisste ich natürlich die Konzerte und Festivals, die ich oft mit meinem Vater besucht hatte.
Wenn ich auch kaum Dinge aus Deutschland vermisste, das Reggaeleben war einfach nicht das gleiche.
Jah sein Dank hat sich dies nun stark verändert.
Den ersten Kontakt zum Reggae bekam ich durch einen Radiosender in Monterrey. Als ich im Auto zur Arbeit fuhr,
hörte ich einen spanischen Reggae Song, leider wusste ich jedoch nicht, von dem der Song stammte. Ich hörte
den Song mehrmals, bis der Name der Band genannt wurde Die Band nennt sich Bamboo und kommt aus Monterrey.
Ich machte mich gleich auf die Suche nach einer CD und überraschenderweise wurde ich auch schnell fündig.
Durch das Cover de CD wurde ich auch schnell auf die Homepage der Band aufmerksam, wo ich auch eine Kontaktadresse fand.

Auf meine erste Email bekam ich auf gleich eine Antwort. Der Schlagzeuger teilte mir mit, dass sie Freitag immer in einer Bar
in der Altstadt spielen und lud mich ein, um ein bisschen zu plaudern. An einem Freitag Abend fuhr ich dann zu der Bar.
Leider war es sehr früh (22.00 Uhr) und die Bands kommen erst so ab 0, 30 Uhr. Da ich am anderen morgen Arbeiten musste
bin ich dann nach Hause gefahren. Danach war erstmal ne Zeit lang Funkstille, also nix Neues in Sachen Reggae.

Im Oktober 2005 wurde dann ein kleines Reggae Festival in Monterrey angekündigt, zu welchem ich natürlich erscheinen musste.
Es spielten mehrere Lateinamerikanische Bands.

Die Konzerte waren echt toll und ich fühlte mich wieder wie zu Hause, da ich mal wieder einige Reggae Konzerte gesehen hatte.

Zwei Monate später, als ich so durch die Strassen meiner Wohnsiedlung spazierte um einige Dinge zu kaufen hörte ich Reggae
Musik an einer Straßenecke. Ein Typ mit Rastas und ein paar seiner Kumpels saßen vor dem Haus und hörten Reggae.

Wir kamen dabei gleich ins Gespräch und tauschten Musik aus, seit dem sind wir echte Kumpels. Der Typ mit den Rastas ist
der Sänger einer Band aus Monterrey mit dem Namen Guyarati. Die Band spielte übrigens auch auf dem Event vom Oktober.
Mittlerweile war ich auch schon auf einigen Gigs von ihnen in Monterrey und habe so auch die anderen Bandmitglieder kennen
gelernt. Die Band spielt oft in der gleichen Bar wie Bamboo. In dieser Bar habe ich auch DJ Clandestino kennen gelernt, welcher
viele Gigs im Land mit organisiert.

Auf dem Bild sehen wir Jorge (DJ Clandestino) zusammen mit dem Sänger von Gonwana, einer chilenischen Reggae Band.
Durch all diese neuen Bekanntschaften bin ich nun natürlich bestens über Neuigkeiten in der Lateinamerikanischen
Reggaeszene informiert.

Am 20. Mai 2006 war es dann soweit, es fand das größte Reggae Festival Mexikos in Guadalajara statt.

Guadalajara liegt im Westen Mexikos.
Wie ihr euch wohl denken könnt, bin ich natürlich zu diesem Festival gereist.
Im folgenden möchte ich euch über meine Reise und Erlebnisse berichten.

Vibraciónes de America 2005

Ich werde Euch alles in zwei Schritten berichten.
Zum Ersten die Planung der Reise und des Events und zum Zweiten den tatsächlichen Ablauf,
wobei in Mexiko immer eine große Differenz besteht.
Geplant war:
Der Reisebus sollte am Freitagabend um 10 Uhr im Zentrum von Monterrey abfahren.
Ich sollte natürlich meine CD Sammlung mitnehmen, um CDs im Bus zu hören.
Wir sollten im etwa 8 Uhr morgens in Guadalajara ankommen und den Tiangis Cultural (Kulurmarkt) besuchen.
Um 12 Uhr sollte nun das Festival beginnen so dass wir weiter zum Festivalgelände fahren sollten.
Um etwa 1 Uhr Nachts sollte das Festival zu Ende sein so dass wir gleich nach Monterrey zurückfahren könnten.
Wir sollten dann um etwa 11 Uhr morgens im Monterrey sein.
Gekommen ist es so:
Ungefähr 24 Stunden vor Abfahrt in Monterrey änderte sich etwa 3 mal Uhrzeit und Ort der Abfahrt, was ich jeweils
durch Zufall mitbekam. Letzter Stand der Dinge war 22.30 Uhr in Zentrum.
Mit Eistruhe und Freundin im Gepäck erschien ich dann um 22.30 im Zentrum, wo schon einige Fans eingetroffen waren.

Auf den Bus mussten wir noch etwas warten. Um etwa 23.30 traf auch der Reisebus ein. Nach näherem betrachten
der Reifen wurde ich auf einiger sehr große Risse aufmerksam. Die Busfahrer betrachtete das ganze eher unter dem
Motto „No risk, no fun“, so dass wir alle in den Bus stiegen. Mittlerweile war es 12.30 und der Bus stand immer noch
an der Haltestelle, einige Fans fehlten noch, und somit auch ihr Geld. Ohne Geld, keine Busfahrt. Nachdem wir dann
einige Bars abgeklappert hatten fanden wir dann auch den Rest der Gruppe tanzend in einer Bar.

Nun waren alle an Bord und es konnte losgehen. Im Bus ging natürlich die Party gleich los, die ersten Bier wurden
gezicht und es roch auch schon gleich süßlich.

Um ca. 13 Uhr kamen wir dann am Kulturmarkt in Guadalajara an. Es gab viele CDs und Kleidung zu kaufen
und es waren auf schon die ersten Anzeichen von Reggae zu sehen.


Nach der langen Busfahrt hatten wir natürlich auch Hunger. Auf der Suche nach einem Snack wurden wir auch schnell fündig.
Guadalajara ist berühmt für seine Tortas ahogadas (ertrunkene Brötchen).

Die Brötchen sind mit Schweinefleisch und Zwiebeln gefüllt und in einer scharfen roten Salsasoße gebadet. Mmmmm lecker!!!!

Um etwa 14.30 ging es dann weiter zum Festivalgelände.
Angekommen fehlten nur noch die Eintrittskarten und vor allem das Geld dafür. Einige hatten nicht im voraus bezahlt
und Andere sind einfach ohne Geld mitgefahren. Ich lieh dem Veranstalter etwas Geld damit er uns die Karten besorgen konnte.
Nun konnte es losgehen.

Etwas erstaunt war ich jedoch, als ich auf dem Gelände gleich auf den Reiseveranstalter traf und mir dieser meine Knete
zurückgab. Ich möchte nebenbei noch erwähnen, dass man unter Reiseveranstalter nix professionelles verstehen sollte.
VIVA MEXIKO!!!!!!!
Jedoch nahmen wir alle Problemitas mit viel Humor und machten uns keine große Gedanken. Wir sind schließlich in Mexiko
und auf einem Reggae Festival, da macht man sich keinen Stress. Auf dem Gelände gab es auch viele Stände mit Essen
und T-Shirts usw.

Es gab wenig Polizei auf dem Gelände und alle Leute waren sehr gut gelaunt. Auch waren die sanitären Anlagen sehr gut gepflegt.
RESPECT!!!! Preise waren auch OK!

Fast alles Band an diesem Tag kamen aus Lateinamerika mit zwei Ausnahmen.
Es spielten Bands aus Mexiko, Peru, Kolumbien, Venezuela, Chile usw. One Blood Band und I Jah Bones kamen aus Jamaica.

Auch wenn die Lateinamerikanischen Bands nicht gerade bekannt sind in Europa, so liegt das keineswegs an ihrer
musikalischen Qualität, sonder eher an der Sprache.
Ich war von einigen Künstlern sehr beeindruckt. Auch war das Festival vom Roots Reggae geprägt.

Einige Künstler zeigten sich auch nach ihren Auftritten in der Menge und standen für ein paar Fotos zur Verfügung.

Zwischen Tanzen und Bier trinken

Gab es natürlich auch ein paar kleine Pausen zum ausspannen.

Hier noch ein Paar eindrücke vom Festival.


Um etwa 4 Uhr morgens war dann Schluss und wir machten uns zurück auf den Weg nach Monterrey.

Weiterhin hoffe ich, dass noch viele solcher Erlebnisse folgen und vor allem hoffe ich, dass Euch mein Bericht gefällt.
Irie Andy