Der „schreckliche Ivan“ auf Jamaica

 Ein Bericht von Sista Maja

 

 

 

Freitag, 10.09.04  Nachmittag MEZ ( in Jamaica ist es jetzt Vormittag. Genau genommen minus 7 Std.)

Der Hurrican Ivan rast auf unsere geliebte Insel zu.

Allen Vorrausagungen nach wird er mitten durch Jamaica rasen: von Süd nach Nord, 

von Kingston nach MoBay. Er würde eine solche Schneise hinterlassen, 

und  Jamaica in 2 Teile reißen. Ivan wird noch verheerender eingestuft wie Gilbert 1988. 

Ein Hurrican ist direkt im Auge Windstill. 

Um das Auge hat er eine Windgeschwindigkeit von ca. 240 Km./ Std. 

Je weiter weg du also von Auge bist, desto glücklicher kannst du dich schätzen.

        

Schon Tage vor dem Ivan wurden Fenster und Türen vernagelt und verbarrikadiert. Gas, 

Trinkwasser und Lebensmittel wurden herangeschafft. Notunterkünfte in Schulen und Kirchen 

organisiert. Froh ist der, der ein Steinhaus hat. Durch das Radio wurde die Bevölkerung 

aufgerufen, Nachbarn und Freunde die in Holzhütten leben im Steinhaus aufzunehmen. 

Die Regierung stellt nun Strom und Telefon ab. 

Wegen etwaigen Plünderungen ruft die Regierung den Ausnahmezustand aus. 

Der Flughafen wird dicht gemacht: im letzten Flieger sitzen Touristen die evakuiert werden,

 und Jamaicaner  die es sich leisten können.  Der Rest sitzt in der Falle.

Nun gilt es nur noch warten und beten.Viele Jamaicaner und Rastas geben in dieser Nacht 

ein Stoßgebet zu JAH.

          

 

Samstag, 11.09!04 MEZ  Mittag: 

Ein Wunder ist geschehen!  Ivan hat abgedreht und rast nun die Küste entlang in Richtung Westen! 

Er verschont die Insel!  Es hat geholfen! 

 

JAH LIVE!!!

 

Das schlimmste ist zum Glück nicht eingetroffen.

Jamaica wird trotzdem von riesigen Wassermengen und Windgeschwindigkeiten bis 

zu 160 Km./Std. heimgesucht.  Der Tag ist so dunkel wie die Nacht.

           

 

Sonntag, 12.09.04 MEZ Mittag. Das schlimmste ist vorbei. Ivan ist wieder auf dem offenen Meer. 

Schleppende Informationen im Deutschen wie im Amy- Sender. Am Nachmittag sendet CNN: 

17 Tote auf Jamaica. Endlich nach 3 Tagen geht das Telefon wieder. 

Ich rufe in Orange Bay, in der Nähe von Negril an. 

Dort hat ein guter Freund von uns Schutz gesucht: Ihnen geht es allen gut, keine Verletzten. 

Aber fast alle Bäume sind umgerissen und die Ernte ist kaputt. 

Das Yard, die Straßen und der Strand sehen aus wie eine Müllhalde. 

Jetzt wird aufgeräumt! Und danach? 

Keine Ahnung, wie es weiter geht: ohne Ernte kein Geld und ohne Geld kein Essen.

Die Jamaicanische Regierung hat Hilfsgüter aufgelistet, die am meisten benötigt werden: 

z.B. Decken, Plastikplanen, Bauholz, Motorsägen, Generatoren, Wasserpumpen, 

Feldbetten, aufstellbare Toiletten, Gasöfen....

 

 

Wer sich noch genauer informieren will oder eine Adresse zum Spenden sucht.

Hier noch ein paar Links:

-         Jamaican Embassy-Federal Republic of Germany

(Jamaicanische Botschaft in Deutschland) 

 info@jamador.de

 

-         www.go-jamaica.com

 

-         www.deutsch-jamaikanische-gesellschaft.de